Rechnungsstellung

Zahlungsfrist in der Schweiz: 10, 30 oder 60 Tage?

Billify Team5 min Lesezeit

"Zahlbar innert 30 Tagen" steht auf fast jeder Schweizer Rechnung. Aber warum eigentlich 30? Darfst du auch 10 schreiben? Was gilt, wenn gar nichts dasteht? Und wie lange gibst du dem Kunden nach der ersten Mahnung?

Die kurze Antwort: Das Gesetz schreibt dir fast nichts vor. Genau deshalb lohnt es sich, die Frist bewusst zu wählen.

Was gilt, wenn keine Frist vereinbart ist?

Dann ist die Rechnung sofort fällig. So steht es in OR Art. 75: Ist die Zeit der Erfüllung weder vereinbart noch aus den Umständen klar, kann die Zahlung sogleich gefordert werden.

Sofort fällig heisst aber noch nicht, dass der Kunde in Verzug ist. Dafür braucht es nach OR Art. 102 entweder eine Mahnung oder einen vereinbarten Verfalltag. Erst ab Verzug schuldet der Kunde 5 % Verzugszins.

Gibt es eine gesetzliche Höchstfrist?

Nein. Anders als in der EU, wo zwischen Unternehmen in der Regel höchstens 60 Tage gelten, kennt die Schweiz keine gesetzliche Obergrenze. Du und dein Kunde könnt jede Frist vereinbaren.

Das hat zwei Seiten. Du darfst kurze Fristen verlangen. Grosse Kunden dürfen dir aber auch 60 oder 90 Tage vorschreiben, und dagegen hilft nur Verhandeln.

Welche Zahlungsfrist ist üblich?

SituationÜbliche Frist
Kleine Beträge, Privatkunden10 bis 14 Tage
Standard zwischen Unternehmen30 Tage
Handwerk, Bau30 Tage, oft mit Anzahlung
Grosskunden, öffentliche Hand30 bis 60 Tage
Abo und wiederkehrende Leistungenim Voraus, zu Beginn der Periode

Kürzer ist nicht automatisch besser. Eine Frist von 5 Tagen wirkt unfreundlich und wird trotzdem oft überzogen. Eine Frist, die der Kunde als fair empfindet, wird eher eingehalten.

Ein praktischer Punkt: Viele Unternehmen zahlen in festen Zahlläufen, zum Beispiel zweimal im Monat. Mit 30 Tagen triffst du sicher einen davon, mit 10 Tagen verpasst du ihn vielleicht knapp.

"Zahlbar innert 30 Tagen" oder "zahlbar bis 15.10.2026"?

Beides ist verbreitet, aber es macht einen Unterschied.

Ein konkretes Datum ist eindeutig. Niemand muss rechnen, ob die 30 Tage ab Rechnungsdatum, ab Erhalt oder ab Lieferung laufen.

Verfalltag und Verzug: Ohne Mahnung gerät der Kunde nur in Verzug, wenn ein Verfalltag vereinbart war. Am sichersten ist deshalb, wenn die Zahlungsfrist schon in der Offerte oder in den AGB steht und der Kunde sie mit dem Auftrag akzeptiert hat. Steht die Frist erst auf der Rechnung, verschickst du vor dem Verzugszins zur Sicherheit eine Mahnung.

Unsere Empfehlung: Frist in der Offerte vereinbaren, auf der Rechnung als Datum ausschreiben.

Skonto: kürzere Frist mit Rabatt

Mit Skonto belohnst du schnelle Zahler, zum Beispiel:

Zahlbar innert 30 Tagen netto, bei Zahlung innert 10 Tagen 2 % Skonto.

Skonto gilt nur, wenn du es anbietest. Zieht ein Kunde eigenmächtig Skonto ab, darfst du den Rest einfordern. Rechne vorher nach: 2 % auf jede Rechnung sind bei knappen Margen viel Geld, nur damit du 20 Tage früher bezahlt wirst.

Wie lange ist die Frist in einer Mahnung?

Auch hier gibt es keine Vorschrift. Üblich und fair sind 10 Tage pro Mahnstufe, bei der letzten Mahnung eher 10 als 20. Die Frist sollte lang genug sein, dass der Kunde realistisch zahlen kann, und kurz genug, dass die Sache nicht einschläft.

Ein typischer Ablauf:

SchrittZeitpunktNeue Frist
RechnungTag 030 Tage
Zahlungserinnerungca. 7 bis 14 Tage nach Fälligkeit10 Tage
1. Mahnungnach Ablauf der Erinnerung10 Tage
2. und letzte Mahnungnach Ablauf der 1. Mahnung10 Tage, mit Hinweis auf Betreibung

Die Stufen sind Konvention, keine Pflicht. Du darfst nach einer Zahlungserinnerung auch direkt die letzte Mahnung schicken. Wie es danach weitergeht, steht in Betreibung einleiten in der Schweiz.

Und wie lange hast du Zeit, eine Rechnung zu stellen?

Es gibt keine Frist, bis wann du nach der Leistung eine Rechnung stellen musst. Aber deine Forderung verjährt:

  • Nach 10 Jahren im Normalfall (OR Art. 127).
  • Nach 5 Jahren unter anderem bei Handwerksarbeit, beim Kleinverkauf von Waren, bei periodischen Leistungen wie Mietzinsen und bei Berufsarbeiten von Anwälten (OR Art. 128).

In der Praxis ist das kein Grund zum Warten. Je später die Rechnung kommt, desto weniger erinnert sich der Kunde an den Wert deiner Arbeit, und desto länger fehlt dir das Geld.

So setzt du Zahlungsfristen in Billify

Beim Erstellen einer Rechnung schlägt Billify ein Fälligkeitsdatum in 14 Tagen vor, das du pro Rechnung anpasst. Das Datum steht ausgeschrieben auf der Rechnung. Überfällige Rechnungen siehst du auf einen Blick.

Für das Nachfassen verschickst du Zahlungserinnerung, 1. und 2. Mahnung direkt aus der Rechnung. Jede Stufe setzt eine neue Frist von 10 Tagen. Mit den automatischen Mahnungen legst du fest, nach wie vielen Tagen Verzug Billify selbst erinnert.

Billify kostenlos testen

Häufige Fragen

Welche Zahlungsfrist ist in der Schweiz gesetzlich vorgeschrieben?

Keine. Ohne Vereinbarung ist eine Rechnung sofort fällig (OR Art. 75). Eine gesetzliche Höchstfrist gibt es nicht, üblich sind 30 Tage zwischen Unternehmen und 10 bis 30 Tage bei Privatkunden.

Ist mein Kunde nach Ablauf der Zahlungsfrist automatisch in Verzug?

Nur wenn ein Verfalltag vereinbart war, zum Beispiel in der Offerte oder in den AGB. Sonst beginnt der Verzug mit der Mahnung. Ab Verzug schuldet der Kunde 5 % Verzugszins.

Wie lange sollte die Frist in einer Mahnung sein?

Üblich sind 10 Tage pro Mahnstufe. Eine gesetzliche Vorgabe gibt es nicht.

Darf ich nach der Zahlungserinnerung direkt die letzte Mahnung schicken?

Ja. Die Anzahl und Reihenfolge der Mahnungen ist nicht gesetzlich geregelt. Mehrere Stufen sind üblich, aber keine Pflicht.

Darf ein Kunde Skonto abziehen, wenn ich keines angeboten habe?

Nein. Skonto gilt nur, wenn es vereinbart ist. Den abgezogenen Betrag darfst du nachfordern.


Quellen und weiterführende Links:

ZahlungsfristZahlungsbedingungenMahnungVerzugSchweizKMU

Bereit für einfachere Rechnungen?

Erstellen Sie professionelle QR-Rechnungen in wenigen Minuten. Kostenlos starten, keine Kreditkarte nötig.

Kostenlos starten

Weitere Artikel